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Sina Rockensüß – Last seen recently

 

In ihrer Abschlussarbeit „last seen recently“, befasst sich Sina Rockensüß mit dem Thema „Fiktive Gefühle und Misskommunikation im digitalen Raum“. Die 212-seitige Romangeschichte erzählt von einer Frau, die sich selbst neu entdeckt als sie zur Coronazeit darauf angewiesen ist vermehrt Online zu kommunizieren und auf diese Weise neue Kontakte und romantische Erfahrungen macht. Gestützt und begleitet werden Geschichte und Fragen der Protagonistin mithilfe von wissenschaftlichen Zitaten, die immer wieder neben dem Haupttext zu finden sind sowie einzelnen Illustrationen und Chatgesprächen.

Auf Grundlage von Beobachtungen im privaten Umfeld, dass die durch Corona mittlerweile zumeist digital geführte Kommunikation, immer mehr Missverständnisse auslöst, ist sie zunächst dem Thema Empathie nachgegangen und hat eine Umfrage durchgeführt. Die Fragen bezogen sich u. a. auf die Nutzung der Messenger: Üben sie Druck aus und wie? Haben wir alle die gleiche Interpretation beim Anschauen eines Emojis?

Wer bin ich im digitalen Raum? Zeigen sich Charakterzüge auch im digitalen Umgang und wie versteht und nimmt mich jemand wahr, der mich noch gar nicht kennt so ganz ohne Mimik, Gestik, Tonalität? Zum Beispiel, wenn ich mich auf einer Datingplattform anmelde? Verstelle ich mich oder bleibe ich entspannt? Was setzt mich unter Druck? Wie steuern Messenger unser Verhalten? Hängen wir mit unseren Gedanken auf der Meta-Ebene fest und sind zu rational? Wie kann ich dann für jemanden Gefühle entwickeln, wenn ich ihn/sie noch nie gesehen habe und wie vermittle ich überhaupt Gefühle? Eins wurde deutlich: Eine reale Umarmung kann keine Sprachnachricht oder ein Emoji ersetzen.

 

Sina Rockensüß, geboren 1990 in Fritzlar, beschäftigt sich in ihren Arbeiten viel mit den Verhaltensweisen der heutigen Gesellschaft und bearbeitet sie in Alltagsgeschichten. Dabei erörtert sie psychologische Hintergründe und geht auf humoristische Art und Weise mit Krisenthemen um. In ihrem Meisterschülerjahr in der Klasse „Redaktionelles Gestalten“ möchte sich die Künstlerin weiter mit der Frage beschäftigen: „Welche Rolle spielt Individualität im digitalen Raum“ und der immer wiederkehrenden Problematik: „Wie können und müssen wir uns verständlicher ausdrücken?“

Gabriele Franziska Götz