Fotos: Carolin Ludwig

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RedGes| Studio Redaktionelles Gestalten / Kinderschutzbund

"Lehrveranstaltung mit Service Learning"

 

Im WiSe 2017/2018 ist der Ortsverband Kassel des deutschen Kinderschutzbund an Prof. Götz mit einer Projektanfrage herangetreten. Im Kasseler Stadtteil Rothenditmold sollen die Kinderrechte der UN-Kinderrechtskonvention im öffentlichen Raum sichtbar gemacht werden. In Kassel-Rothenditmold leben Familien und Menschen aus unterschiedlichen Kulturen und Ländern. Es soll im Stadtteil ein Bewusstsein geschaffen werden, dass Kinder als gleichberechtigte Mitglieder der staatlichen Gemeinschaft, als eigenständige Persönlichkeiten mit eigener Würde und dem Anspruch auf Anerkennung ihrer Individualität wahrgenommen und behandelt werden. An allen Orten und Gebäuden in Rothenditmold, die der Bildung, Erziehung, Förderung, der Freizeitgestaltung, des Sports, der Gesundheitsförderung dienen, werden künstlerisch gestaltete Hinweistafeln mit den wichtigsten Kinderrechten in mehreren Sprachen angebracht werden. Diese Hinweistafeln werden von den Studierenden (siehe: Kreativ-Workshops) gestaltet.

 

Die Studierenden werden Kreativ-Workshops konzipieren und umsetzen, in denen Bildmaterial generiert wird, welches im Nachhinein für die Gestaltung der Hinweistafeln verwendet werden wird. Dies bedeutet, dass die BewohnerInnen des Stadtteils in die Gestaltung der Tafeln integriert werden und Teil des Gesamtprozesses werden. Das Ziel ist Personen (Kinder, Jugendliche und Erwachsene) an künstlerische und gestalterische Prozesse heranzuführen und u.a. mögliche Barrieren zum Zugang und Kontakt mit einer Hochschule aufzulösen. Dieses Projekt bietet Personengruppen mit niedrigem kulturellem Kapital einen niedrigschwelligen Zugang zu den Themen Design, Gestaltung und Kunst. Kreatives Potential ist unabhängig von Einkommen, gesellschaftlichen Status oder kulturellem oder sprachlichem Hintergrund.

 

 

Die Studierenden arbeiten in den geplanten Workshops eng mit hauptamtlichen und ehrenamtlichen MitarbeiterInnen des AKERo-Familiennetzwerkes und des Kinderschutzbundes zusammen und werden die Kreativ-Workshops für Personen (Kinder, Jugendliche, Erwachsene) aus Rothenditmold veranstalten. Hier erhalten sie einen deutlichen Einblick in die Lebens- und Arbeitsverhältnisse der beteiligten Personen.

 

 

Die Lehrveranstaltung soll die Studierenden in den Anfängen ihrer beruflichen Praxis unterstützen und ihre Fähigkeiten fördern, welche sie für Ausgründung oder Selbstständigkeit benötigen. Die Sensibilisierung für Kommunikation mit AuftraggeberInnen, Projektplanung und Berufspraxis in der Kreativwirtschaft soll hier stattfinden.

 

 

Pressebericht:

 

Pünktlich zum Weltkindertag (20.09.18) wurden Plakate von Studierenden der Kunsthochschule Kassel feierlich im Familienzentrum Rothenditmold enthüllt.

Auf die Initiative des Deutschen Kinderschutzbundes, Ortsverband Kassel e.V. (Volkhardt Strutwolf, ehem. Vorstandsmitglied) wurde das Projekt durch das Studio Redaktionelles Gestalten (Prof. Gabriele Franziska Götz und Milena Albiez, künstlerische Mitarbeiterin Kunsthochschule Kassel) und dem Bereich Service Learning - Lernen durch gesellschaftliches Engagement (Dr. Imke-Marie Badur, Universität Kassel) begleitet und umgesetzt.

Im Auftrag des Kasseler Kinderschutzbundes entwarfen die Studierenden für 11 soziale Einrichtungen aus Rothenditmold jeweils 1 Plakat zum Thema Kinderrecht. Das jeweilige Kinderrecht hatte sich die Einrichtung selbst ausgesucht, je nachdem was ihnen besonders am Herzen lag. Zusammengeschlossen sind diese Einrichtungen in dem Verein (AKERo) „Aktiv für Eltern und Kinder in Rothenditmold“. Gestaltet wurden die Plakate von vier Studierenden aus dem Studienschwerpunkt Redaktionelles Gestalten der Kunsthochschule Kassel: Carolin Ludwig, Frauke Rohenkohl, Jan Mensen und Lea Rist. Es wurden 11 unterschiedliche Plakatmotive mit seriellem Charakter und Wiedererkennungswert entwickelt. „Unser Auftrag war es, Plakate zu erstellen, um die Kinderrechte im Stadtteil Rothenditmold (Kassel) sichtbar zu machen. Die Plakate sollen für mehr Aufmerksamkeit und Wahrnehmung von Kinderrechten sorgen“, so Carolin Ludwig.

In die Gestaltung wurden die Kooperationspartner miteinbezogen. In 9 Einrichtungen führten die Studierenden Workshops durch, die sich mit dem jeweiligen Kinderrecht auseinandersetzte. Beispielsweise beleuchteten die Kinder aus einer Einrichtung in einer Kreativaufgabe nach eigener Interpretation das Thema „Kinder haben das Recht auf ein sicheres zu Hause“. Am Ende des Workshops entstanden selbst gebastelte Häuser aus Schuhkartons. „Die Workshopergebnisse haben wir im Team weiterverarbeitet und etwas ´verfremdet´ als Gestaltungselemente für die Plakate verwendet“, erklärt Ludwig.

Die Slogans auf den Plakaten umfassen viele Bereiche zur Wahrnehmung von Kinderrechten. Zum Beispiel, dass Kinder ein Recht haben auf: „Schutz im Krieg und auf der Flucht“, „Zu erfahren was in der Welt vor sich geht“, „Sicheres Zuhause“, „Gesunde Ernährung“ und „Schutz vor Gewalt“. Die Plakate hängen an den jeweils beteiligten Einrichtungen, meist direkt an den Hausfassaden.

Wir freuen uns, dass wir mit den Plakaten ein Bewusstsein für die Rechte der Kinder in unserem Alltag schaffen. Wir hoffen, dass wir mit unserer Arbeit im Gedächtnis der Personen gut haften bleiben, um die Rechte der Kinder zu stärken“, resümiert Prof. Götz.

 

Verfasserin: Cigdem Özdemir, Presse und Öffentlichkeitsarbeit

 

 

Gabriele Franziska Götz